Berühmte Persönlichkeiten
| Alfred Tinsel | General Ferdinand Schneider | Die Brüder SPANGENBERGER |
Alfred Tinsel
Alfred Tinsel, geboren am 15. April 1920 in Metz, zog mit seiner Familie 1934 nach Seltz. Jenseits der künstlerischen Strömungen der Nachkriegszeit und im eher gegenständlichen Stil malte er Portraits, Landschaften und Stilleben. Seine Werke stellte er in Frankreich sowie im Ausland aus. Er war Mitglied des Vereins der unabhängigen elsässischen Künstler und wurde nicht müde Strasbourg zu malen, die Ufer der Ill, die Sankt Wilhelms- und die Sankt Paulskirche aber auch Dörfer und Landschaften im Elsass. Auf seinen zahlreichen Reisen, die er nach Marokko, Spanien, Italien und Griechenland unternahm, fing er besonders das südländische Licht ein; aber auch aus der Bretagne und dem Norden, z.B. Brügge, brachte er wunderschöne Aquarelle mit. Er verstand es auch bei eisigem Wetter den Seltzbach und die Schönheit der großen verschneiten Flächen des Kochersberg zu erfassen. 1991 würdigte die Ausstellung im « Maison d’Art et d’Alsace » im Alten Zollhaus in Strasbourg sein Gesamtwerk mit einer Retrospektive. Zwei seiner von der Gemeinde erworbenen Werke schmücken die Räume des « Office de Tourisme de Seltz »: eine Winterlandschaft mit Weinbergen neben der Wärme einer Familienszene. Ein Selbstportrait des Malers dagegen, auf dem er jeden Besucher mit hochmütigem Blick anschaut, wurde von seinem Sohn Olivier gestiftet. Alfred Tinsel hat auch das Modell des Seltzer Kantons gefertigt sowie die Glasmalerei, die den Eingang des Rathauses von Seltz verziert.
Er war ein vielseitiger Künstler: als Student und später als Professor an der Kunsthochschule Strasbourg von 1957 bis 1988, als Freskenmaler in den Schulen des Bas-Rhin. Die wichtigste ist ein Mosaïk von mehr als 10m x 3m auf einer der Fassaden der Sankt Georg Schule in Haguenau. Eines seiner spielerischen Gemälde schmückt den Spielsaal der Grundschule von Seltz.
Alfred Tinsel hat während seines gesamten Werdegangs eine unauslöschliche Spur seines künstlerischen Schaffens hinterlassen. Er verstarb am 11. März 1989 und ist auf dem Friedhof in Seltz beigesetzt
General Ferdinand Schneider
Ferdinand Schneider, der spätere General, wurde am 18. Juli 1829 in Seltz geboren. Nach einer gründlichen Schulausbildung war er Schüler der Militärschule von Saint-Cyr. Am 1.Oktober 1851 wurde er zum Leutnant des Ersten Lanzerregiments befördert und an die Kavallerieschule in Saumur abberufen.
Am 22. November 1862 wird er Gendarmerie-Kapitän in Macon. Ferdinand Schneider war seit dem 12. Juli 1880 Ritter der Ehrenlegion und wurde am 16.Juli 1884 zum Kommandant der Legion Paris ernannt; zur selben Zeit wurde er Mitglied des Kavallerie-Ausschuss. Am 5.Juli 1887 wurde er als Offizier der Ehrenlegion zum Brigadegeneral benannt, dem Generalinspektor der Gendarmerie. General Schneider war mit Aimé Boeringer aus Paris verheiratet und hatte vier Söhne: Félix, Aimé, Georges und Fred. Er starb 1911 in Paris und wurde auf dem Friedhof Père Lachaise beigesetzt.
Die Brüder SPANGENBERGER
Ein Sonnenstrahl im grauen Himmel: es waren einmal zwei Brüder aus Seltz; der jüngere hieß Charles und der ältere Henri. Wir befinden uns im Mai des Jahres 1944, die Mauern des Dritten Reichs beginnen Risse zu bekommen ….
Charles wurde in die Wehrmacht zwangseingezogen und befand sich in Italien um gegen die amerikanischen und alliierten Truppen zu kämpfen, die seit September 1943 auf der italienischen Halbinsel gelandet waren. Die Alliierten hatten eine große Offensive bei Cassino gestartet. Charles war völlig erschöpft von den anhaltenden schweren Kämpfen und hatte sich einen Moment lang ausgeruht. Als er die Augen wieder öffnete, war er von einem halben Dutzend französischer Infantristen, die im Gänsemarsch liefen, entdeckt worden. Er lief ihnen mit erhobenen Armen entgegen und rief « Nicht schießen, ich bin Franzose! ». Aber der Mann an der Spitze hatte schon eine Granate losgelassen. Charles lies sich instinktiv auf die Erde fallen und konnte so das Schlimmste verhindern, dennoch wurde er verletzt.
Als er wach wird, ist er umringt von Soldaten bräunlicher Hautfarbe, die ihn mit ihrem Bajonett bedrohen; es handelte sich um marokkanische Schützen, mit denen eine Verständigung unmöglich war. Zum Glück schritt ein Vorgesetzter ein, der Charles ins Feldlazarett von Acerra bringen lies.
Henri hatte eine militärische Laufbahn eingeschlagen und war zu jener Zeit bereits Kapitän, der ein Schwadron des 3. Regimentes des algerischen Spahis befehligte. Wie sein Bruder sollte auch er unter Nazi-Flagge dienen, jedoch konnte er nach einem Krankenhausaufenthalt in Lyon fliehen und über Spanien wieder zu seinem Regiment in Batna in Algerien gelangen. Henri, oder eher « François » sein Deckname, war im Dezember 1943 in der Gegend um Neapel gelandet.
Am 14. Mai 1944 erhielt Kapitän François, der auf ein Signal zum großen Angriff westlich von Cassino wartete, eine völlig unerwartete Nachricht: « Können Sie herkommen? Ihr Bruder ist hier als Gefangener ». Die beiden Brüder hatten sich mehr als vier Jahre nicht mehr gesehen, und er sprang sofort in seinen Jeep…
Charles sah von seinem Fenster im Krankenhaus aus einen völlig von Staub bedeckten Jeep ankommen. Er erkannte seinen Bruder lediglich an der Art seine Haltung anzunehmen und seine Brille zu säubern. Dann rannte er so schnell wie es seine Verletzung erlaubte die Treppe hinunter und schrie « Henri! ». Sein Bruder war bereits an ihm vorbeigegangen ohne ihn zu erkennen! Als er sich umdrehte, erkannte ihn Henri endlich, und er sagte: « Mein Gott, es ist also wahr! »
So entstand also dieses seltsame Bild eines französischen Offiziers, der einem Soldaten in deutscher Uniform vor verdutzten Passanten in die Arme fällt …
Henri Spangenberger machte eine brilliante militärische Karriere. Er erreichte den Grad des Brigadegenerals und wurde zum Kommandeur der Ehrenlegion berufen. Zu seiner großen Freude konnte er dann am 19. März 1945 an der Befreiung seiner Geburtsstadt von der Besatzung teilnehmen.
Seltz hat sowohl eine Strasse als auch einen Platz nach ihm benannt; diese Ehre hat er im hohen Masse verdient. Am 28. März 1993 ist er in der Vendée verstorben.
Charles Spangenberger ist es endlich nach seinem Aufenthalt im Krankenhaus nach vielen erfolglosen Versuchen gelungen zu desertieren und in die französische Armee einzutreten. Nach dem Krieg gründete er seine Familie in Seltz, wo er aktiv seinen wohl verdienten Ruhestand verlebt.


Tv Saletio est une télévision locale créée en février 2001 à l'initiative de la ville de Seltz.
Elle est diffusée sur le réseau câblé de la ville.
